17.12.2020
Suche nach freien Pflegeplätzen muss in Bayern einfacher werden!

Internetplattformen können helfen!

 

München, 17.12.2020 Die Suche nach einem geeigneten Pflegeplatz ist für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige oft sehr schwierig. Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Herr Prof. (Univ. Lima) Dr. Bauer MdL, begrüßt daher die Initiative des Bundesgesundheitsministeriums, eine bundesweite Internetplattform zur Pflegeplatzsuche aufzubauen. Erst Anfang November wurden die Eckpunkte für die Pflegereform 2021 vorgestellt.

Vorgesehen ist demnach, dass die Suche nach freien Plätzen in Pflegeeinrichtungen online unterstützt werden soll. Dazu sollen die Einrichtungen tagesaktuell ihre freien Kapazitäten und Angebote melden. Für Bayern hat der Patienten- und Pflegebeauftragte selbst eine Abfrage über bereits vorhandene Online-Suchmaschinen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass nur vereinzelt solche Angebote existieren.

„Immer wieder erreichen mich Hilferufe von Menschen, die verzweifelt nach einem Pflegeplatz suchen“, so Dr. Bauer. „Sie verbringen oft frustrierende Stunden am Telefon, um alle infrage kommenden Einrichtungen abzutelefonieren. Leider viel zu oft am Ende ohne Ergebnis!“ betont der Pflegebeauftragte. „Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar! Es kostet viel zu viel Zeit für beide Seiten - für die Suchenden, aber auch für die Pflege.“

„Meine eigene bayernweite Abfrage über den Bayerischen Landkreistag, Städtetag und Gemeindetag hat gezeigt, dass es keine bayernweite Einheitlichkeit gibt. Es gibt durchaus lokale Internetplattformen, die freie Kapazitäten in ihren örtlichen Pflegeheimen tagesaktuell benennen“, so der Beauftragte. „Hier wurde mir versichert, dass diese Angebote sehr gerne angenommen werden und sich großer Beliebtheit erfreuen. Betroffene, Angehörige und auch Institutionen in der Region sehen sie als wertvolle Unterstützung bei der Suche nach einem Heim- oder Tagespflegeplatz.“ „Aber es gibt auch viele Regionen ohne solches Angebot und nicht jeder ist vom Nutzen überzeugt“, berichtet Dr. Bauer. „Für die Gegenargumente habe ich durchaus Verständnis. Denn mir ist bewusst, dass es angesichts einer ohnehin dünnen Personaldecke in der Pflege um kostbare Arbeitszeit und Mehraufwand geht. Es ist daher nachvollziehbar, wenn die Notwendigkeit wegen ohne hin hoher Belegzahlen und langen Wartelisten hinterfragt wird“, so der Beauftragte.

„Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass einheitliche Suchmasken für alle eine Erleichterung bringen können. Und andere Bundesländer, wie z.B. Baden-Württemberg oder NRW, profitieren bereits davon!“, betont Dr. Bauer. „Die Digitalisierung ist allgegenwärtig. Das Einpflegen von Daten kann nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen; erspart aber lange Telefonate und macht das Führen von Wartelisten überflüssig. Voraussetzung muss allerdings eine einfach zu handhabende und verlässliche Technik sein!“ „Trotz Bedenken und Skepsis hat meine Abfrage gezeigt, dass viele Kommunen, Städte und Landkreise der Idee generell offen gegenüberstehen“, betont Dr. Bauer. „Die Problematik der Pflegeplatzsuche ist allen bekannt. Daher freut mich, dass es bereits viele lokale Initiativen gibt, um Betroffene bestmöglich bei ihrer Suche zu unterstützen.“

„Als Patienten- und Pflegebeauftragter kann ich nur sagen: Wir brauchen dringend schnelle Lösungen für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, wenn es um die Suche nach freien Pflegeplätzen geht! Daher appelliere ich eindringlich an alle Leistungserbringer, Träger und sonstige Entscheiderin Pflege und Politik, dem Aufbau einer Online-Suchmaschine für freie Pflegeplätzen aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Machen Sie mit und nehmen Sie die neuen Möglichkeiten an! Ich sehe hier echte Verbesserungschancen für den Alltag und unterstütze da-her das Vorhaben des Bundesgesundheitsministeriums.“

Archiv