13.03.2020
Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung ruft anlässlich Coronavirus zu Besonnenheit auf.

Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung ruft anlässlich Coronavirus zu Besonnenheit auf und fordert spezielles Augenmerk für Bedürfnisse von besonders hilfsbedürftigen Patienten und Pflegebedürftigen

München. Anlässlich der aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus (Covid-19) fordert der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Prof. (Univ.Lima) Dr. Peter Bauer MdL, Gesellschaft, Politik, Staatsverwaltung und insbesondere die Medien zu besonnenem Vorgehen auf. Viele Menschen können die Situation trotz permanenter Berichterstattung nicht immer verstehen oder einschätzen. Die Lücke, die zwischen Medienrealität und Lebensrealität entstanden ist, muss geschlossen werden. Besonders hilfsbedürftige Patienten und Pflegebedürftige sowie deren Angehörige brauchen unsere Unterstützung.

Quarantäne Maßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass die Versorgung einzelner Personengruppen gefährdet ist. „Laut aktuellem ZDF-Politbarometer macht sich derzeit fast jeder vierte Deutsche Sorgen wegen dem Coronavirus“, so der Beauftragte. „Für die Unruhe der Menschen habe ich großes Verständnis! Dennoch müssen wir darauf achten, dass diejenigen, die Desinfektionsmittel oder Schutzmasken dringend brauchen, weil sie z.B. sehr alt oder chronisch krank sind, diese auch erhalten! Hamsterkäufe, wie wir sie nun teilweise erleben, dürfen nicht dazu führen, dass man damit Menschen gefährdet, die diese Dinge dringender brauchen als andere! Wenn dies passiert, verschieben wir das Problem erst recht zu Personengruppen, die laut den bisherigen Erkenntnissen vor dem Coronavirus besonders geschützt werden müssen!“

„Speziell möchte ich auf pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen aufmerksam machen, die ohnehin schon von erheblichen Personalengpässen betroffen sind. Sie werden nun von Besuchsverboten oder Zimmerquarantäne bei noch weniger Pflegepersonal zusätzlich belastet! Ebenso sind Menschen mit Behinderung, die sich als Patient in stationärer Behandlung befinden, eine besonders sensible Gruppe. Ihre Schwierigkeiten sind im Krankenhausalltag schon vor der Corona-Pandemie groß gewesen. Und nun müssen wir alles dafür tun, um auch diese Patientengruppen besonders zu berücksichtigen. So brauchen beispielsweise gehörlose oder blinde Menschen, Menschen mit geistiger Behinderung oder Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen ebenfalls angepassten, seriösen Zugang zu den derzeit wichtigen Gesundheitsinformationen, z.B. in „einfacher Sprache“ “, mahnt Dr. Bauer. „Auch die pflegenden Angehörigen – der größte Pflegedienst unseres Landes – dürfen nicht allein gelassen werden! Wenn in nächster Zeit wirklich vermehrt Patienten oder Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden müssen, weil Angehörige selbst erkrankt sind und weiteres Personal in ambulanten Pflegediensten fehlt, sollten Kommunen und Landkreise schnellstmöglich Notfallpläne entwickeln, die solche Situationen abdecken!“, fordert der Beauftragte. „Als Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung wende ich mich auch all denjenigen zu, bei denen eine unerwartete Krise starke emotionale Reaktionen hervorruft. Dabei sind seelische Widerstandskraft und Gelassenheit eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung dieser Krise. Neben staatlich organisierten Infohotlines können sich Betroffene beispielsweise auch an die Telefonseelsorge wenden, die rund um die Uhr unter den Rufnummern 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222 die Möglichkeit für ein Gespräch zur Verfügung steht. Wer Hilfe braucht, sollte diese Angebote unbedingt nutzen!“

 

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