08.02.2019
Mein Statement zum Herzkatheter-Labor im Krankenhaus Ansbach

Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung warnt vor drohender Schließung des Herzkatheter-Labors im Krankenhaus Ansbach
Als kommissarischer Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung
liegt mir das Wohl aller Patientinnen und Patienten, aller pflegebedürftigen Menschen und
deren Angehörigen sehr am Herzen. Meine Aufgabe als Beauftragter ist es, in unabhängiger
und betrachtender Funktion darauf hinzuwirken, dass die Belange dieser Personengruppe in
allen gesellschaftlichen Bereichen beachtet werden. Ich unterstütze die Weiterentwicklung
der Patienten- und Pflegerechte und bin Sprachrohr für Interessen der Patienten und Pflegebedürftigen in der Öffentlichkeit. Das heißt zum Beispiel, dass ich Einfluss nehme auf politische Entscheidungen und versuche, das Bestmögliche für diese Menschen zu bewirken.
Ein besonderes Anliegen ist für mich die Garantie einer hochwertigen und flächendeckenden medizinischen Versorgung. Es war zu lesen, dass im Krankenhaus Ansbach das Herzkatheter-Labor schließen soll. Das macht mich sehr betroffen! Als Ortsansässiger sind mir Ansbach
und seine Umgebung bestens bekannt. Die Tatsache, dass Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen als Notfall nun ungefähr 40 km in die nächstgelegene Klinik Rothenburg o.d. Tauber fahren sollen, um versorgt zu werden, erscheint mir als Patienten- und Pflegebeauftragter nicht zumutbar und ist ein medizinisches Risiko. Jeder weiß, dass bei einem Herzinfarkt jede Minute zählt! Diese oftmals lebensrettende Information schärfen wir Mediziner unseren Patienten tagtäglich ein.
Nach wie vor zählen Herz-Kreislauferkrankungen zu den häufigsten Krankheiten überhaupt
und darüber hinaus zu den häufigsten Todesursachen. Hochgerechnet auf die Anzahl der
Ansbacher Bürger sowie allen Menschen, die im Umkreis der Stadt wohnen, kommt es also
zu einer beträchtlichen Anzahl Betroffener. All diese Menschen konnten sich bisher immer
darauf verlassen, in Ansbach gut versorgt zu werden. Unsere Region hat daher nicht zuletzt
aufgrund der gesicherten medizinischen Versorgung an Attraktivität gewonnen. Diesen Zustand müssen wir erhalten! Unsere Bevölkerung muss darauf vertrauen können, in einem
Schwerpunktkrankenhaus – so wie es in Ansbach vorhanden ist – auch adäquat versorgt zu
werden.
Ich rufe daher alle beteiligten Personen dazu auf, im Interesse der Patientinnen und Patienten zu handeln. Solch gravierende Entscheidungen, wie hier die geplante Schließung des
Herzkatheter-Labors, brauchen eine langfristige Planung, eine ortsnahe und 24 Stunden verfügbare Alternative und vor allem genug Vorlauf. Eine frühzeitige Information für die Bürger von Ansbach und Umgebung aber auch die einweisenden Ärzte und Notärzte ist unerlässlich. Der Erhalt einer guten medizinischen Versorgung in unserer Region muss oberste Priorität haben! Rein wirtschaftliche Interessen dürfen nicht die Oberhand gewinnen!

Prof. (Univ.Lima) Dr. Peter Bauer MdL
Patienten- und Pflegebeauftragter der
Bayerischen Staatsregierung (kommissarisch)

 

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