08.07.2021
Finanzierung der Pflege ist die Soziale Frage der nächsten Jahrzehnte...

Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Herr Prof. (Univ. Lima) Dr. Bauer MdL, sieht in der Finanzierung der Pflege die Soziale Frage der nächsten Jahrzehnte. Trotz Pflegereform aus Berlin steigen die Kosten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Dass etwa jeder dritte Pflegeheimbewohner in Bayern auf die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“ angewiesen ist, bezeichnet der Beauftragte als Armutszeugnis unserer Gesellschaft.

„Die große Koalition in Berlin hat zwar kurz vor Ende ihrer Legislatur noch eine Pflegereform beschlossen, deren Inhalt ich allerdings als unzureichend für die Lösung der drängenden Pflege-Probleme unserer Zeit einstufe. Zwar soll es Entlastung für die Eigenanteile von Pflegeheimbewohnern ab dem 01.01.2022 geben, doch nun scheinen die Kosten vorab nochmals anzusteigen - so zumindest die Daten des Verbands der Ersatzkassen. Das finde ich wirklich unerhört!“ kritisiert Dr. Bauer.

„Erst in diesem Monat haben die bayerischen Bezirke mitgeteilt, dass etwa jeder dritte Pflegeheimbewohner in Bayern auf die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“ angewiesen ist! Weil die Zuzahlungen oftmals über 2.000 Euro pro Monat liegen, können sich viele diese Summe einfach nicht mehr leisten. Wir befinden uns in einer schlimmen Kostenspirale, die endlich durchbrochen werden muss!“ mahnt der Pflegebeauftragte.

„Als Beauftragter bin ich der Überzeugung, dass die Finanzierung der Pflege die Soziale Frage der nächsten Jahrzehnte ist. Daher fordere ich, dass eine stabile und nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung sichergestellt werden muss! Es kann nicht sein, dass weiterhin die Versicherten, die pflegebedürftigen Menschen in unserem Land, die pflegenden Angehörigen und alle, die in diesem System arbeiten, die Leidtragen sind!“ betont Dr. Bauer.

„Ich appelliere daher deutlich an alle Verantwortlichen: Finden Sie eine Lösung für die finanzielle Schieflage in unserem Pflegesystem! Finden Sie eine Lösung für die Betroffenen! Altersarmut und Sozialhilfe können nicht die Ziele einer sozialen Gesellschaft sein!“

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