05.10.2020
Endlich! Vorstoß zur Pflegereform...

Endlich! Vorstoß des Bundesgesundheitsministeriums zur Pflegereform in Deutschland

Das aktuell von Herrn Bundesgesundheitsminister Spahn MdB vorgestellte Konzept zur Pflegereform wird vom Patienten- und Pflegebeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Herrn Prof. (Univ. Lima) Dr. Bauer MdL, ausdrücklich begrüßt. Seit Langem weist der Bayerische Beauftragte darauf hin, dass die Pflege für alle bezahlbar bleiben muss. Gegenüber dem Bundespflegebeauftragten, Herrn Staatssekretär Westerfellhaus, hat Dr. Bauer erst Anfang dieses Jahres nochmals eindringlich um Unterstützung geworben und darauf hingewiesen, dass pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige weiter finanziell entlastet werden müssen. Gesundheitsminister Spahn schlägt aktuell vor, dass Heimbewohner für die stationäre Pflege künftig für längstens 36 Monate maximal 700 Euro pro Monat (also maximal 25.200 Euro) zahlen sollen. Laut Spahn werde der Eigenanteil somit berechenbar.


„Ich bin froh, dass von Bundesseite endlich die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Pflegereform in Deutschland angegangen wird! Immerhin ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl!“ so Dr. Bauer. „Wenn Bundesgesundheitsminister Spahn nun den Eigenanteil für stationäre Pflege deckeln will und dazu sechs Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt investiert, lässt das hoffen! Vor allem zeigt es auch, dass die vielen Rufe nach Verbesserungen endlich Gehör gefunden haben! Das Thema ‚steigende Eigenanteile‘ kann nun nicht mehr wegdiskutiert werden, sondern ist auf der Agenda angekommen!“ betont der Beauftragte.


„Als Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung unterstütze ich eine Pflegereform! Für mich stehen die Betroffen im Vordergrund und für sie muss dringend etwas getan werden! Immer wieder erreichen mich Briefe und Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die die steigenden Pflegeheimkosten nicht mehr schultern können! Viele rechnen mir vor, was am Ende des Monats übrigbleibt. Und das ist nicht viel!“ berichtet Dr. Bauer. „Für mich persönlich ist es aber nicht befriedigend, immer wieder auf die Möglichkeiten der ‚Hilfe zur Pflege‘ hinzuweisen. Auch wenn ich begrüße, dass es diese Hilfe gibt, ist mein Credo doch, dass Pflege bezahlbar sein muss – und zwar für alle! Ein Abdriften in die Sozialhilfe kann nicht die Lösung sein!“, mahnt der Beauftragte.


„Den Vorstoß aus Berlin begrüße ich; bin aber überzeugt, dass das vorliegende Konzept noch Verbesserungspotenzial hat! Für mich ist wichtig, dass die Pflegeversicherung im Einzelfall den Großteil der Kosten abdeckt. Eine Pflegevollversicherung unterstütze ich zum jetzigen Zeitpunkt dennoch nicht. Denn meiner Überzeugung nach, löst mehr Geld allein das Gesamtproblem ‚Pflege‘ noch nicht. Was wir auch brauchen sind angepasste Leistungen für pflegende Angehörige, den größten Pflegedienst unseres Landes, und attraktivere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte. Wir alle wissen: Geld allein pflegt nicht!“

 

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