21.02.2020
Dr. Bauer: „Die Pflegeversicherung ist keine Vollkasko-Versicherung. Wir müssen anfangen umzudenken.“

Kosten der Pflegeunterbringung und die Eigenanteile steigen weiter

Sachsen b.Ansbach. Pflegebedürftige müssen in Bayern für die Betreuung in einem Heim immer mehr aus eigener Tasche zuzahlen. Mit 1.969 Euro im Monat kostet eine Unterbringung im Freistaat im Durchschnitt rund 100 Euro mehr als noch vor einem Jahr. In den Summen ist auch der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Die Tendenz ist auch hier steigend: im bundesweiten Schnitt von 655 Euro pro Monat (Stand:1. Januar 2019) auf 731 Euro (Stand: 1. Januar 2020), wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen hervorgeht. Damit liegt der bayernweite Eigenanteil knapp über dem Bundesdurchschnitt von 1.940 Euro im Monat.

Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, Patienten- und Pflege-Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung und pflegepolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion hierzu: „Einerseits ist dies bedingt durch das vergleichsweise hohe Lohnniveau bei uns in Bayern. Das ist andererseits wiederum wichtig, um ausreichend Pflegekräfte zu gewinnen, was uns ja leider noch nicht einmal gelingt. Aktuell fehlen circa 15.000 Pflegekräfte in Bayern.“

Dr. Peter Bauer weiter: „Die Pflegeversicherung ist keine Vollkasko-Versicherung und übernimmt nur einen gewissen Teil der Kosten. Die steigenden Eigenanteile machen den Handlungsbedarf für eine umfassende Reform in der Pflege sehr deutlich. Sozialverträgliche Gestaltung ist dabei unumgänglich. Wir müssen auch darüber nachdenken, alle sieben steuerlich relevanten Einkunftsarten grundsätzlich für sozialversicherungspflichtig zu erklären. Mit den Mehreinnahmen könnte man die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich verbessern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will auch bis Mitte des Jahres einen Vorschlag zu einer zukünftigen Finanzierung diesbezüglich machen. Darauf bin ich sehr gespannt und werde mich weiterhin für die Stärkung der Pflege engagiert einsetzen.“

 

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