Fraktion vor Ort in Lehrberg: Abgeordnete der FREIEN WÄHLER besuchten Geflügelzüchter und diskutierten Situation der Betriebe nach dem „Bayern-Ei“-Skandal

Fraktion vor Ort in Lehrberg: Abgeordnete der FREIEN WÄHLER besuchten Geflügelzüchter und diskutierten Situation der Betriebe nach dem „Bayern-Ei“-Skandal

FREIE WÄHLER: Kontrollen dürfen nicht zu Mehrbelastung von kleinen und mittleren Geflügelbetrieben führen

Lehrberg. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fraktion vor Ort“ haben der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und mittelfränkische Abgeordnete Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer gemeinsam mit dem mittelstandspolitischen Fraktionssprecher Johann Häusler den Geflügelhof Wellhöfer in Lehrberg besucht. Im Anschluss diskutierten die Landtagsabgeordneten mit den Betroffenen und Gästen die Folgen des Salmonellen-Skandals bei Bayern-Ei für kleine und mittelständische Geflügelhalter.

Dabei kritisierte Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, dass die Staatsregierung einfach pauschal auf mehr Kontrolle setze, statt gezielt industrielle Großbetriebe unter die Lupe zu nehmen. Man könne aber nicht alle Betriebe über einen Kamm scheren. Gerade kleine bäuerliche und mittlere Betriebe, bei denen es noch nie Beanstandungen gegeben habe, hätten deshalb unter einer deutlichen Mehrbelastung und überbordender Bürokratie zu leiden. Der Besuch des Geflügelhofes Wellhöfer habe dies erneut klar bestätigt. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Kontrollen in einem qualitativ hochwertigen Rahmen durchgeführt werden, ohne jedoch die kleineren familiengeführten Unternehmen einer nicht mehr akzeptablen Mehrbelastung auszusetzen“, so Bauer. Zudem dürfe auch bei auftretenden Krankheitsfällen die Gesamtsperrung von Betrieben nur die letzte Option sein. Wenn es getrennte Betriebseinheiten gibt, muss es bei mittelständischen Betrieben möglich sein, nur den betroffenen Bereich zu sperren – und nicht den gesamten Betrieb. Sonst steht schnell die gesamte Existenz des Mittelständlers auf dem Spiel.“

Geflügelzüchter Robert Wellhöfer bemängelte vor allem die Form der Kontrollen. Wenn eine große „Task-Force“ mit mehreren Personen auf dem Hof unvermutet aufschlage, erwecke das nach außen den falschen Eindruck, dass hier etwas nicht stimme. Zudem sei bei unangemeldeten Kontrollen nicht sichergestellt, dass kompetente Ansprechpartner vonseiten des Betriebes anwesend sind. Ohne konkreten Verdacht und ohne Einwilligung des Betreibers aber dürften die Kontrolleure die Geflügelställe nicht betreten. Generell befürwortet Wellhöfer Kontrollen jedoch durchaus. „Sie geben den Eigentümern auch Sicherheit.“ Daher unterstütze Wellhöfer alle hygienischen Vorgaben. „Ich lasse deshalb auch meine Mitarbeiter von Fremdfirmen hinsichtlich hygienischer Richtlinien ausbilden – obwohl es erlaubt ist, diese selber durchzuführen.“

Bernd Adleff vom Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft schlug vor, die Kontrollen getrennt durchzuführen: „Im Bereich der Lebensmittelherstellung kann und muss die Kontrolle ohne Anmeldung durchgeführt werden. Wobei zwei Kontrolleure völlig ausreichen. Im Bereich der Tierhaltung sollte jedoch eine Anmeldung etwa 24 Stunden vorher erfolgen.“ Dadurch entstehe keine Vertuschungsgefahr. Auch Adleff sieht in Kontrollen durch gut ausgebildetes Personal Vorteile für die Betriebe. „Diese sollten nicht nur kontrollieren, sondern für Wissenstransfer und Informationsaustausch sorgen.“

Johann Häusler stellte abschließend fest, dass es erklärtes Ziel der Politik der FREIEN WÄHLER ist, gerade mittelständische Unternehmen zu unterstützen und zu stärken. Deshalb müsse alles unternommen werden, um gerade kleine und mittlere Geflügelzuchtbetriebe durch Kontrollen nicht zusätzlich unnötig zu belasten. „Die vorgeschlagene Differenzierung der Kontrollen ist sicher ein Weg. Aber gerade im Bereich der Bürokratisierung muss die Staatsregierung dringend für Entlastung sorgen – und das nicht nur bei landwirtschaftlichen Betrieben.“

Geflügelhof Wellhöfer

 

Unser Pressefoto, das Ihnen gegen Nennung der Quelle „FREIE WÄHLER Landtagsfraktion“ zur freien Verfügung steht, zeigt von links: Hans Henninger, Bürgermeister Flachslanden; Renate Hans, Bürgermeisterin Lehrberg; Johann Häusler, MdL; Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, MdL; Robert Wellhöfer, Geflügelhof-Betreiber.